Der Traum von der Weltreise wird (an)fassbar

Lange gärte der Traum von der Weltreise vor sich hin.

Das erste Mal flammte er auf in Dakar, als ich mit meinen Eltern auf Pauschal-Reise war und wir die Hauptstadt des Senegal besuchten. Dort stand ein Land Rover voll ausgerüstet mit Sandblechen, Kanistern Dachzelt und allem was man für eine Weltreise braucht. Boah, dachte ich, das will ich auch haben wenn ich groß bin.

Nun – groß bin ich schon geraume Zeit. Allradler fahre ich seit langem – nur die Weltreise – dazu hat es bisher irgendwie nicht gereicht.

Ok, in Westeuropa und Marokko haben meine Räder schon viele Straßen und Pisten befahren. Aber so richtig weit und auch richtig lange – hm, da war noch was auf meiner Liste.

Der Bazillus hat auch vor meiner Frau nicht halt gemacht und so planen wir inzwischen recht handfest unsere große Reise.

Lange habe ich recherchiert, welches Fahrzeug denn in Frage kommt. Aber davor stehen die Anforderungen was es können muss.

  • Allrad Antrieb weil die besten Plätze nicht neben der Straße liegen.
  • Wir wollen zuerst mehrere Urlaube und Winter in Europa verbringen. Daher ist eine Begrenzung auf 7,5 Tonnen praktisch. Darüber sind viele Straßen gesperrt, vorzugsweise zu landschafSperre über 7,5 Tonnentlichen Highlights.
  • Das schont auch das Budget, denn die Maut wächst mit dem Gewicht.
  • Nebenbei sparen wir uns so den LKW Führerschein 🙂
  • Weltweit einsatzfähig, also eine gegenüber schlechtem Treibstoff unempfindliche Maschine, die überall auf der Welt einfach repariert werden kann.
  • Darauf soll ein knapp fünf meter langer Wohn-Aufbau, der unser zukünftiges Zuhause sein wird.

Das schränkt die Auswahl schon ein. Viele der übliche Allrad-LKW sind im Leer-zustand bereits zu schwer. 4,5 bis 5 Tonnen plus eine Wohnkabine, die leer schon eine weitere Tonne daraufsetzt und dann noch Gepäck und Spielzeug wie Kanu, Quad und weitere Kleinigkeiten. So ein Problem hatte ich bereits mit meinem SCAM. Ein Wohnmobil mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, was ruck zuck ein Leergewicht in gleicher Höhe erreicht hatte. Da ist es immer gut Reserven zu haben, also ein Fahrzeug mit größerem zul. Gesamtgewicht als geplant.

Irgendwann stieß ich auf die Firma 4Wheel24, die ein schlüssiges Konzept anbietet.

Dabei handelt es sich um Iveco 90-17 AW Turbo, die mit einem Leergewicht des Fahrgestells von 3,5 Tonnen perfekt geeignet sind. Einfach aufgebaut ohne Schnickschnack, kaum Elektronik aber schon mit Turboaufladung, die bergauf eine gewisse Mindestgeschwindigkeit verspricht.

Im Januar haben wir also den zweiten Schritt getan und einen alten Feuerwehr-LKW erstanden, der nun seinem zweiten Leben harrt.

Iveco 90-17 Baujahr 1988

Iveco 90-17 Baujahr 1988

Das Fahrzeug kenne ich von meinen alten Freund Heinz, der auch eine Zeit lang LKWs zum Expeditions-mobil umgebaut hat. Bei diesem Modell  hatte mich allerdings das riesige Fahrerhaus und die Kistenform abgeschreckt. Aber wie meist im Leben kommt es auf die inneren Werte an.

Und diese sind optimal für die große Rundtour; Allradantrieb mit Untersetzung, Hinterachssperre und weltweit verbreitete robuste Technik.

Tobias Teichmann von 4Wheel24 hat einschlägige Erfahrungen mit dieser Art LKW gesammelt. Als Begleitfahrzeug auf Rallyes eingesetzt, immer auf Vollgas über afrikanische Pisten geprügelt und das ohne nennenswerte Probleme. Das muss ein Fahrzeug erst mal abkönnen. So hat er sich ein Konzept erdacht, wie man daraus ein Expeditionsmobil machen kann.

Iveco 75-19 im Umbau. Fahrerhaus gekürzt mit Hilfsrahmen und Unterfahrschutz

Das Fahrerhaus kann man kürzen und die Optik überarbeiten. Richtige Räder ersetzen die schmale original Bereifung, noch ein paar optische Verhübscherungen und das ganze sieht aus wie ein richtiges Weltreise-Fahrzeug.

Der Plan: Iveco 75-19 mit Wohnkabine

Der Plan für die Wohnkabine und das Fahrzeug ist in langer Zeit perfektioniert worden und jetzt ist es an den Schlossern und GFK-Technikern den Rohbau umzusetzen.

Den Innenausbau des Koffers und einige Kleinarbeiten am LKW werden wir selbst machen. Das werde ich dokumentieren und hier weiter berichten.

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